Was macht eine Blockchain zu einer vertrauenswürdigen Blockchain?

Crypto-Logisch by Severin Schell

Was macht eine Blockchain zu einer vertrauenswürdigen Blockchain?

Eine Blockchain – eine kryptographische Verkettung von zeitgestempelten Datenblöcken, ist immer nur so sicher wie ihr Netzwerk und dessen Fähigkeit durch Verwendung unterschiedlicher technischer, ökonomischer und spieltheoretischer Mechanismen, die eigene Integrität zu erhalten.

Eines der wichtigsten Merkmale eines sicheren Netzwerkes ist seine Dezentralität, hierfür sollte die Full-Node-Software (Auch Full-Node-Wallet, Full-Node oder CoreWallet genannt) verfügbar sein, welche in der  Lage ist eine vollständige Kopie der Blockchain herunterzuladen und diese auch zu validieren (d.h. bei Bitcoin bspw. läd dein PC nicht nur die Blockchain herunter, er überprüft auch die Korrektheit aller bis zum aktuellen Zeitpunkt auf dem Bitcoin-Netzwerk getätigten Transaktionen). Zudem sollte dieses Full-Node auch in der Lage sein am Consensus teilzunehmen. Nicht unbedingt dass du selber am Consensus (bspw. Proof-of-Work, das sog. Mining bei Bitcoin) teilnehmen musst um dem Netzwerk vertrauen zu können, aber dennoch sollte es jedem ohne jemanden um Erlaubnis bitten zu müssen möglich sein am Consensus teilzunehmen.

>> Zum Thema Consensus empfehle ich auch die Kryptohelden Podcast Folge „Was ist Distributed Consensus? Problem, Ziel und Prinzipien (1/3)“

Das nächste mindestens ebenso wichtige Merkmal ist die Incentivierung. Gemeint ist hierbei der „Block Reward“ – die Belohnung für das lösen des Blocks – welche einen Anreiz setzt sich für den Erhalt des Netzwerkes einzusetzen und dieses sicher zu halten.

Daraus folgt das eine Blockchain auf einem Netzwerk, ohne Incentivierung – also ohne Möglichkeit zu minen oder zu staken – immer zu einer gewissen Zentralisierung tendiert, da es ja wirtschaftlich für Niemanden Sinn ergibt Arbeit oder größere Investments in das Netzwerk zu tätigen.

>> Siehe zum Thema Blockchain ohne Incentivierung auch meinen Artikel „Blockchain – Das absichtlich falsch kommunizierte Buzzword“

Die einzige Incentivierung hätte in dem Fall nur jemand der von der Manipulation von Daten auf der Blockchain profitieren würde, ob durch ausschalten eines Konkurrenten, als direkter Profiteur bspw. durch verhindern des Anlegen einer DID oder löschen einer Identität auf einem DID-Netzerkes, usw.

Natürlich könnte man nun argumentieren, das beispielsweise beim Einsatz von Blockchain-Technologien wie Hyperledger, die von einer Handvoll zentral gewählter Validatoren betrieben wird, keiner Incentivierung bedarf (die Dezentralität ist in dem Fall ohnehin nicht mehr gegeben), allerdings obliegt es dann diesem Zentralen-Komitee auch einzelne Transaktionen bspw. sortiert nach Geolocation nicht zu validieren und somit bspw. auf Druck von Regierungen das Netzwerk zu zensieren. In wiefern das dann noch den Idealen einer (permissionless) Blockchain entspricht, kann jeder selber entscheiden – In einer permissioned Blockchain sehe ich jedenfalls keinen Mehrwert, da man dann auch hätte eine Datenbank nutzen können.

> Siehe zum Thema Blockchain ohne Incentivierung auch meinen Artikel „Blockchain – Das absichtlich falsch kommunizierte Buzzword“

 

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