Blockchain – Das absichtlich falsch kommunizierte Buzzword

Crypto-Logisch by Severin Schell

Blockchain – Das absichtlich falsch kommunizierte Buzzword

Der Bitcoin ist tot, es lebe die Blockchain!

Die Blockchain-Technologie wird nahezu alle Branchen revolutionieren!

Diese oder Ähnliche Sätze, sind euch sicherlich schon häufiger begegnet.
Leider entspringen diese alle dem vollkommen falschen narrativ das System einer Kryptowährung auf lediglich einen Bestandteil dieser herunter zu brechen: auf die Blockchain.

Die Blockchain ist nichts anderes als eine Datenbank mit Zeitstempeln, die den vorangegangen Status ihres Inhaltes in jedem neuen Block refrenziert und somit das willkürliche austauschen vorangegangener Blöcke (oder ändern deren Inhalt) sofort auffliegen lassen würde.
Dies bedeutet man kann sehr wohl Daten ändern, man muss nur die nachfolgenden Blöcke wieder dementsprechend anpassen.
Bei Kryptowährungen wie bspw. dem Bitcoin wird dies jedoch durch ökonomische und spieltheoretische technische Implementierungen so stark erschwert, das der Gewinn den ein Angreifer einfahren könnte geringer ausfallen würde – als wenn er sich dem System gegenüber freundlich verhält und profitiert.

Gleichzeitig lebt das System davon das es selber für seinen Fortbestand bezahlt (in Form eines virtuellen Assets), von jedem vollständig auditierbar ist und jeder nicht nur ein Teil, sondern sollten alle anderen Teilnehmer wegbrechen, dass Netzwerk ist.

Wenn heutzutage über „Blockchain“ gesprochen wird, blenden viele Leute all diese Aspekte aus. Verstehen jedoch nicht das dadurch auch die beworbenen Vorteile verschwinden:

    Dezentralität
    Zensurresistenz
    Neutralität gegenüber den Inhalten
    Keine Notwendigkeit jemandem zu vertrauen
    Keine Notwendigkeit um Erlaubnis zu fragen
    Die größtmögliche Ausfallsicherheit

Ohne Wettbewerb um ein natives Asset (bspw. Bitcoin), welcher über einen Concensus Mechanismus (Proof Of Work, Proof Of Stake) realisiert wird, gibt es keine echte Dezentralität und somit entfallen auch die anderen oben genannten Aspekte.

Dies alles lässt schließlich nur den Schluss zu dass alle Leute die von „Blockchain aber nicht Crypto/Bitcoin“ sprechen, ihre Hausaufgaben noch nicht vollständig gemacht haben, oder ein usecase adressieren, der überhaupt keine Blockchain benötigt.

Stellt sich nur die Frage warum sie es dann behaupten?

Wahrscheinlich einfach nur da Sie den Leuten die gar nicht in ihrem Produkt enthaltenen oben genannten Features unterschwellig schmackhaft machen wollen ohne gleichzeitig die Kontrolle aus der Hand zu geben.

>> Lies hierzu auch: Was macht eine Blockchain vertrauenswürdig?


Was ist denn nun mit den Anwendungen einer Blockchain außerhalb der Währungsfunktion?

Selbstverständlich gibt es auch Anwendungsfälle für eine Blockchain außerhalb der Funktion als Währung, wichtig ist hierbei jedoch zu verstehen, dass wenn die Blockchain hier als „unveränderbare Datenbank“ (immutable Ledger) genutzt wird, dieser Ledger auch nur so sicher ist wie seine „Währung“ – sein sogenanntes natives Asset.
Dieses native Asset – im Falle von Bitcoin: BTC, im Falle von Etherum: ETH, … sichert die Blockchain dadurch, das durch die Belohnung (Coinbase-Transaktion) mit jedem neu generierten Block, ein spieltheoretischer/ökonomischer Anreiz geschaffen wird, sich fair/ehrlich zu verhalten.
Da es für jeden User wirtschaftlich sinnvoller ist das Netzwerk positiv zu unterstützen, trägt dies wesentlich zur Sicherheit des Netzwerkes bei. Nur so kann auch sichergestellt werden, das es sich auch in Zukunft nie lohnen wird die Blockchain wieder auf einen bestimmten Stand zurück-zu-setzen.
Dieses wesentliche Sicherheitsmerkmal entfällt allerdings bei einer sogenannten private-Blockchain, da hier kein freien Markt für das native Asset existiert, sofern es überhaupt eines gibt.

Tags: , , , , ,

Kommentar verfassen